Edis Reisetagebuch
NOSOTROS VAMOS A ESPANA !!!
Alles begann bei einem Glas Bier, wo Gerhard und ich die verrückte Idee hatten, doch mal in einen Sprachkurs zu gehen. Mein Interesse und meine Begabung hält sich ja bekanntlich in Grenzen, die Aussicht auf die Vertiefung der Sprachkenntnisse bei der einen oder anderen Studienreise überzeugte mich aber sehr schnell. Nun mußten wir uns nur noch auf die Sprache einigen, wobei schon nach dem nächsten Bier klar war, dass wir Spanisch lernen wollten.
Und so verging nicht mal ein Jahr von der Idee bis zu unserer ersten Studienreise nach Andalusien. Flug, Hotel und Auto waren schnell organisiert und am 31.03.2006 war es soweit. Wir fuhren nach Spanien.
Wir besuchten Malaga und die sagenumwobene Alhambra. Wir wohnten im Banelmadena Pueblo, wo wir ein kleines, nettes Hotel gefunden hatten. Am zweiten Tag gings ins Landesinnere, wo wir die weißen Dörfer, Antequera und Ronda besuchten. Wir lernten ein wenig die Bergwelt von Andalusien kennen. Marbella und die Bausünden an der Costa del Sol waren das Thema unseres dritten Tages in Spanien. Insgesamt waren es 3 wunderschöne Tage, gespickt mit Überraschungen und der Erkenntnis, dass es dort doch tatsächlich einen Frühling gibt.
31.März 2006
Schon
früh holt mich Gerhard ab, damit wir rechtzeitig am Flughafen sind. Nachdem
es der erste reguläre Linienflug der AUA nach Malaga im Jahr 2006 ist,
ist das Flugzeug dementsprechend gut gebucht. Wir bekommen unsere Plätze
und fast pünktlich gehts Richtung Spanien.
Ich
habe glücklicherweise einen Fensterplatz bekommen und
so kann ich die teilweise tolle Aussicht auf den Alpenhauptkamm geniessen.
Der Kontrast von Winter und beginnendem Frühling ist besonders imposant.
Nach ca. 3,5 Stunden landen wir am Flughafen Malaga. Das Wetter ist angenehm
lau und rund um uns grünt und blüht schon einiges. Wir holen uns
unser bereits in Wien übers Internet reserviertes Auto ab, einen blitzblauen
Kia Picanto, und schon gehts über die Autobahn Richtun
g
Nordosten, nach Granada. Wir haben schon sehr v
iel
von Alhambra gehört, nun wollen wir es mit eigenen Augen sehen. Die Tickets
haben wir schon in Wien gebucht, nachdem der Zutritt in den Palacios Nazaries
zeitlich vorgegeben ist, wollen wir unbedingt pünktlich sein. Die schneebedeckten
Gipfel der Sierra Nevada leiten uns den Weg. Wir sind überrascht, dass
wir bei der Anfahrt keinen Blick auf diese riesige Stadtburg, die auf einem
der Hügel von Granada im maurischen Stil erbaut wurde, erhaschen können.
Wir holen uns unser Ticket ab und nachdem wir noch eine Stunde Zeit haben,
nutzen wir die Chance, auf einer netten Terasse der zahlreichen Bars und Restaurants
eine Stärkung zu uns zu nehmen.
Zur angegebenen
Zeit betreten wir die Alhambra und schlendern durch die herrlichen Parkanlagen.
Das Gelände ist un
glaublich
groß und man kann stundenlang die faszinierende Architektur der Gärten
und Paläste bewundern. So zeitig im Jahr hält sich der Anstur
m
der Touristen in Grenzen und so betrachten wir ungestört und fasziniert
diese für uns fremde Welt. Nach ca. 3 Stunden fahren wir Richtung Benalmadena,
um unser Hotel zu beziehen. Nach einigen Ehrenrunden rund um Granada finden
wir endlich die richtige Autobahn und nach ca. 2 Stunden haben wir auch schon
unser Hotel gefunden. Es liegt ziemlich zentral und bietet Ausblick auf Benalmadena
Costa.
1. April 2006
Wir beginnen
den Tag mit einem Frühstück auf der Hotelterrasse. Uns fällt
auf, dass man als zwei alleinreisende Herren im besten Alter sehr schnell
Anschluß finde
n
kann, allerdings auch wi
eder
nur zu anderen al
leinreisenden
Herren. Die Sonne wärmt schon recht ordentlich und so dauert das Frühstück
dann doch etwas länger als in Wien. Heute wollen wir die Berge Andalusiens
erkunden, mit einer Miniaturkarte aus dem Reiseführer ausgerüstet
kann ja fast nichts schiefgehen. Wir fahren Richtung Malaga und finden schließlich
nach Antequera, eine Stadt, die als Herz Andalusiens gilt. Herrliche historische
Kirchen und Plätze laden zum Spaziergang ein. Von der Burg genießen
wir den Ausblick auf Antequera und die umliegende Region. Wir finden die erste
wirklich spanische Tapas Bar, machen kurz halt und genießen das Bier
um 1 Euro je Flasche. Durch einsame Landstriche führt uns die weitere
Route nach Ronda.
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Ronda
is
t
eines der größten weißen Dörfer Andalusiens, liegt auf
ca. 700 m Seehöhe am Rande eines steil abfallenden Felsplateaus. Die
100 m tiefe Schlucht El Tajo teilt die Stadt in zwei Hälften.
Insgesamt drei Brücken überspannen die Schlucht. Die zweitälteste
Stierkampfarena Spaniens sehen wir uns nur von aussen an, der Eintritt ist
uns dann doch etwas zu teuer. Und wieder finden wir eine nette Bar, essen
Tapas, trinken Bier und sind glücklich, dass es in Spanien noch Spanier
gibt.
Weiter
gehts Richtung Westen, wo wir uns durch die Berge Richtung Küste durchkämpfen
wollen. Ca. eine Stunde vor Marbella treffen wir auf die berühmte Guardia
Civil. Wir haben nichts angestellt, allerdings ist aufgrund einer Motorsportveranstaltung
die Weiterfahrt nicht möglich. Gerhard erkundigt sich in perfektem Spanisch
nach der Ausweichstrecke und erfährt, dass wir die gesamte T
agesstrecke
wieder retour fahren müssen. Ein wenig entnervt wechseln wir uns beim
Fahren ab und begeben uns auf den Heimweg. Um 8 Uhr abends erreichen wir die
Küste und wollen zumindest noch ein wenig die Reichen und Schönen
von Puerto Banus beim Flanieren beobachten. Die Yachten im Hafen sind eindrucksvoller
als die Blondinen, wobei mancher Hund ebenfalls als Blondine erkannt wird.
Spät abends erreichen wir wieder unser idyllisches Dorf Benalmadena und
finden doch tatsächlich eine kleine spanische Bar, wo wir gut essen und
nebenbei noch den spanischen Fußballschlager Barcelona gegen Real Madrid
(1:1, Tore durch die beiden Ronald's) anschauen können. Fazit des zweiten
Tages: kaum Spanisch gesprochen ! Aber wozu auch, es geht auch ohne.
2. April 2006
Und
wieder beginnt der Tag mit Frühstück auf der Terrasse des Hotels.
Unsere beiden Bekannten begrüßen uns beim Wegfahren ausgesprochen
freundlich. Heute wollen wir noch knapp vor dem Rückflug Marbella einen
Besuch abstatten. Irgendwie erwarten wir uns einen netten Strand, schöne
Yachten und schöne Leute. Was wir dann tatsächlich antreffen, hat
mit unserer Vorstellung nicht das Geringste zu tun. Kilometerlange, vierspurige
Autostraßen durchpflügen die in unzähligen Reihen angeordneten
Hotelburgen und Ruinen. Irgendwie finden wir dann doch noch den Strand, der
ähnlichen Charme ausstrahlt. Aber immerhin, wir waren da. Sonst gibts
darüber nicht wirklich was zu berichten. Püntklich fahren wir Richtung
Flughafen Malaga, geben das Auto zurück und steigen in die AUA Richtung
Wien.
Fazit: Andalusien ist ein toller Teil Spaniens, vor allem im Frühling eine Reise wert, wenn man ins Hinterland fährt. Den Teil der Costa del Sol, den wir gesehen haben, empfehlen wir allerdings nicht weiter.