Susis Reisetagebuch, illustriert von Edi.
Endlich Herbstferien in Wien, relativ spontan hatten wir uns entschlossen, nach Mauritius zu fliegen. Wir verbrachten eine tolle Woche, erlebten herrliche Strände und eine tolle Unterwasserwelt, wir durften das Divalifest miterleben, wurden in unserem Hotel grandios versorgt und waren von der natürlichen Gastfreundschaft der Menschen überwältigt. Vor allem das friedliche Miteinander der unterschiedlichsten Kulturen und Religionen sollte für die restliche Welt als Vorbild gesehen werden. Das Wetter war größtenteils sonnig und nicht zu heiß, für uns also die ideale Reisezeit. Wir waren im Nordwesten der Insel, in der Nähe der kleinen Stadt Triolet, im Hotel Le Victoria untergebracht. Wir besuchten die Hauptstadt Port Louis am Vortag des großen Divalifestes. Wir verbrachten einige Stunden in Curepipe, der zweitgrößten Stadt der Insel, im Hochland gelegen, eine Stadt die uns irgendwie in die Kolonialzeit zurückversetzte. Susi führte wie immer ein detailliertes Reisetagebuch, um die Eindrücke frisch und lebendig festzuhalten.
Wer noch mehr wissen will und auch an den Fotos interessiert ist, dem wünschen wir viel Spaß während der nächsten Minuten, auf einer kurzen Reise durch Mauritius, auf den Spuren von Susis Reisetagebuch.
29/30.Okt. 2005
Der
Tag vergeht recht schnell mit Einpacken, wir fahren um 17.30 Uhr zum Flughafen.
Keine Warteschlangen beim Check-In, daher können wir gemütlich durch
den Flughafen schlendern. Der Abflug
ist pünktlich um 20.00 Uhr. Wie erwartet sind die Sitze sehr eng und
das bei einer fast vollen Maschine. Nach dem Abendessen wird mir schlecht
und mein Kreislauf sackt total zusammen. Ich kann mich dann hinten bei der
Küche auf den Jump-Seat
setzen,
werde mit Wasser, Cola, Tee und Kreislauftropfen versorgt. Die Nacht vergeht
für mich äußerst langsam und auch beim Frühstück
geht es mir noch nicht wirklich gut. Nach trockenem Weckerl und Kaffee schlafe
ich endlich für ca. 1 ½ Stunden ein. Der Rest der Familie hat
während der Nacht zumindest ein paar Stunden geschlafen. Beim Landeanflug
haben wir trotz Bewölkung einen schönen Ausblick auf die Insel.
Die Passkontrolle dauert nicht lange, das Gepäck ist auch da und wir
werden für den Transfer
in Empfang genommen. Die Fahrt zum Hotel Le Victoria dauert ca. eine Stunde.
Wir sehen viele Zuckerrohrfelder, bunte Blumen und auch einige armselige Häuser.
Alles in allem macht die Insel einen freundlichen
Eindruck.
Die Einfahrt unseres Hotels ist von Bougainvilleas und Palmen gesäumt.
Die Lobby ist sehr groß mit Blick auf den traumhaften Swimmingpool und
das Meer. Auf unser Zimmer müssen wir warten und die Kinder nützen
die Zeit, um den Pool auszuprobieren. Wir bekommen Zimmer 144 im Erdgeschoß.
Es ist sehr groß (ca 60m2), mit genügend Platz für vier Personen.
Wir verbringen den Tag am Strand und sind überrascht, wie windig es ist.
Ins Meer gehen nur die Kinder, uns ist eigentlich nicht so heiß. Am
Abend gibt es Buffet mit mediterranen Spezialitäten, wir sinken gesättigt
gegen 22.00 Uhr ins
Bett.

31. Okt. 2005
Da es
in der Früh ziemlich bewölkt ist, beschließen wir nach Port
Louis zu fahren. Nach dem herrlichen Frühstück bezahlen wir zuerst
einmal unseren Transfer, buchen auch gleich einen Tagesausflug für Donnerstag
und fahren dann mit einem vom Hotel aus bestellten Taxi in die Hauptstadt.
Wir ahnen nicht, dass es auch gleichzeitig eine Shoppingtour wird. Der Taxler
zeigt uns gleich ein Geschäft nahe beim Hotel, wo wir Hosen, T-Shirts
und Blusen sehen, aber noch nicht kaufen. Das nächste Geschäft,
das er uns zeigen will, wollen wir erst bei der Rückfahrt besuchen. Das
bevorstehende Divalifest wirft seine Schatten voraus, die ganze Insel ist
unterwegs und so stehen wir die meiste Zeit im Stau. 
Divali,das Lichterfest, ist ein bedeutendes, mehrtägiges hinduistisches Fest. In seiner Bedeutung und seinem fröhlichen Charakter kann es mit Weihnachten in der westlichen Welt verglichen werden. Diwali ist in Nordindien gleichzeitig der Neujahrstag.
Es ist
relativ mühsam, der Gestank der anderen Fahrzeuge paßt irgendwie
doch nicht zum Postkartenfeeling von
Mauritius.
Bevor wir endlich zum Markt kommen, werden wir noch in ein Duty-Free Geschäft
geführt. Dort gehen wir recht schnell durch und sind froh, dann endlich
an der Waterfront aussteigen zu können.
Durch
den Markt zu schlendern, ist sehr eindrucksvoll. Sehr viele Menschen sind
unterwegs und die Markthändler versuchen sich gegenseitig zu übertönen.
Obst und Gemüse sind appetitlich angerichtet. Bei den Gewürzen erstehen
wir schließlich Safran, Vanille und Tee. Edi handelt den Preis ziemlich
herunter, aber wir zahlen wahrscheinlich noch immer einen überhöhten
Preis. In einem kleinen Geschäft erstehen wir dann auch die benötigten
Badeschuhe. An der Waterfront, einem neuerbauten, kleinen Einkaufszentrum,
machen wir einen Rundgang, da unser Taxler noch nicht zu sehen ist. Wir warten
dann noch eine halbe Stunde, bis er endlich auftaucht, aber bei dem Stau,
der noch immer auf den Straßen herrscht, ist das auch kein Wunder. Bei
der Rückfahrt machen wir dann noch Halt in den Geschäften, wo wir
auch überall brav einkaufen. Allerdings zahlen wir mit umgerechnet 200
Euro für 2 Hosen, 2 Hemden, 4 T-Shirts und 1 Rock nicht wirklich viel.
Wobei Edis Hose auch noch bis Donnerstag gekürzt wird. Trinkwasser besorgen
wir noch bei einem kleinen Supermarkt, ca 15 Gehminuten vom Hotel entfernt.
Mittlerweile ist es auch wieder sonnig und wir legen uns noch an den Strand.
Das Wasser ist relativ kühl und die Kinder tummeln sich im Swimmingpool.
Sonnenuntergang ist um 18.15 Uhr. Beim Abendessen gibt es französisches
Buffet, es ist wirklich ausgezeichnet. Mit einem Cocktail an der Bar lassen
wir den Abend ausklingen.
01. Nov. 2005
Heute
scheint schon morgens die Sonne und wir genießen den Strand. Die Kinder
sind mutig und wagen sich zusammen mit Edi ins Meer. Ausgerüstet mit
Flossen und Sch
norchel
erkunden sie die Unterwasserwelt. Das Wasser ist innerhalb des Riffs unglaublich
seicht, man muß darauf achten, nicht in den Korallen hängen zu
bleiben. Es gibt viele Fische und auch Muränen zu sehen, nur leider keinen
Nemo. Das Wasser ist, obwohl so seicht, do
ch
recht kühl und lange halten wir es beim Schnorcheln nicht aus. Wir versuchen
auch mit einem Tretboot zu fahren, aber damit haben wir unsere Probleme, denn
es geht irgendwie nicht zu lenken. Die Kinder fahren dann mit einem Kajak.
Am Nachmittag machen wir die Fahrt mit dem Glasbodenboot, die vom Hotel gratis
angeboten wird. Dabei
sieht man nicht soviel wie erhofft. Am Abend sind anlässlich des Divalifestes
überall im Hotel Lichter aufgestellt. Es gibt indisches Buffet, wir sind
begeistert und essen wie gewohnt mehr als nötig. Eine Vorstellung indischer
Tänzer rundet das Programm ab.
Gegen
09.00 Uhr wachen wir auf und beeilen uns zum Frühstück (Buffet ist
bis 10.00 Uhr). Um 11.00 Uhr fahren wir mit dem Hotelboot zum Schnorcheln.
Leider ist die Strömung recht stark, der Himmel ist bewölkt und
so sehen wir doch nicht soviel wie erwartet. Am Nachmittag probieren wir es
trotzdem noch einmal. Das Wasser ist für unsere Begriffe viel zu kalt
und so frieren wir bei unserem zweiten
Schnorchelgang
ordentlich.
Die Fischvielfalt an dieser Stelle ist aber deutlich besser als am Vormittag, obwohl auch hier die Korallen kaputt ausschauen. Den Rest des Tages verbringen wir mit Faulenzen am Strand. Am Abend gibt es internationales Buffet, es schmeckt uns allen wieder sehr gut. Ein Drink in der Bar mit guter Livemusik beschließt den Tag.
03. Nov. 2005
Heute haben wir ab 09.30 Uhr ein Taxi gemietet, um ein bisschen von der Insel zu sehen. Ein kleiner Tipp: falss ihr einen Ausflug plant, vergeßt euren Reisebegleiter und organisiert euch das Taxi direkt beim Hotel. Das ist deutlich billiger und die Fahrer sind genauso freundlich.
Zuerst
geht
es zum botanischen Garten, Pampelmousse. Die Pflanzen sind sehr schön,
ma
n
kann die meisten davon bei uns nur im Gewächshaus sehen. Edi steht zur
falschen Zeit unter einem Baum und bekommt das ganze „Geschäft“
einer Taube ab. Wir sehen die großen Seerosenblätter, die angeblich
sogar ein Baby tragen können. Auch den Lotusblumeneffekt ( Wasser perlt
an den Blättern ab ) sehen wir in natura. Zig verschiedene Palmenarten
und schön gestaltete Plätze sind eine Wohltat fürs Auge.
Danach
fahren wir ins Landesinnere nach Curepipe. Die Stadt liegt im Hochland auf
ca. 500 m, es ist deulich kühler als im Tal. Wir werden natürlich
in ein Geschäft geführt und Edi kann neue T-Shirts kaufen und sich
umziehen. Wir fahren dann in eine kleine Fabrik, wo Modellboote hergestellt
werden. Alles wird in Handarbeit gemacht und es ist faszinierend, den Leuten
bei dieser mühseligen Arbeit zuzuschauen. Für uns sind das alles
Künstler und die Boote gefallen uns allen.
Tommi
darf
sich dann ein
es
aussuchen und nach einigem Handeln erstehen wir es um 3000 Rupien (ca 85€).Gleich
daneben setzt uns der Taxler in einem kleinen Restaurant zum Lunch ab.Wir
werden in weitere Geschäfte gebracht, wo wir wieder einkaufen und dann
fahren wir zum Trou aux Cerfs, einem erloschenen, kreisrunden Vulkankrater.
Von hier aus hat man eine schöne Aussicht auf Curepipe. Bei der Rückfahrt
fahren wir auch durch Triolet und können einen farbenprächtigen
tamilischen Tempel anschauen.
Im Geschäft knapp vor unserem Hotel holen wir noch Edis und Anitas gekürzte Hosen ab und wir sind pünktlich um 17.00 Uhr wieder beim Hotel. Am Abend gibt es ein Buffet mit Spezialitäten aus Mauritius und anschließend in der Bar eine Sega Show. Dieser Tanz stammt ursprünglich von Sklaven und darf heute in keiner Hotelshow fehlen.
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04. Nov. 2005
Am Strand spricht uns
ein Einheimischer an und fragt, ob wir eine Schnorcheltour nach Trou aux
Biches
u
nternehmen
wollen. Die Frage, ob man dort auch Clownfische sehen kann, kann er uns aber
nicht beantworten, da er vorgibt nicht zu wissen, welche Fische wir meinen.
Wir entschließen uns die Bootsfahrt zu wagen. So sehen wir dann die
Küste Richtung Norden bis zur Bucht von Trou aux Biches. Auf der Fahrt
kommt dann die große Überraschung. Wir haben das Glück, drei
Delfine zu sehen. Sie sind ganz nahe bei unserem Boot und begleiten uns auch
ein schönes Stück. Trou aux Biches ist eine lan
ggezogene
Sandbucht mit Palmen am Strand. Als wir dann vom Boot ins Wasser gehen, kommt
die nächste Überraschung. Wir sind von Fischen umgeben und kommen
uns vor wie im Aquarium. Wir sehen Tiere in allen Farben und Größen.
Die Korallen haben auch etwas mehr Farbe als bei unserem Hotel. Auch wenn
wir keinen Nemo sehen, sind wir nicht enttäuscht, der Ausflug hat sich
mehr als ausgezahlt. Am Nachmittag fahren wir noch einmal mit dem Hotelboot
hinaus, sehen nicht so viele Fische wie am Vormittag, aber wir genießen
es trotzdem. Danach fahren die Kinder noch im Gummireifen durch die Bucht
(klingt gemütlich ist aber höllisch schnell uns spaßig). Am
Abend gibt es BBQ Buffet. Wir sind alle ziemlich müde und gehen bald
schlafen.
05. Nov. 2005
Anita und Tommi probieren Wasserschi aus.. Nach anfänglichen Schwierigkeiten schaffen es beide eine ganze Runde zu fahren. Der Tag ist eher bewölkt, aber wir bleiben trotzdem am Strand und genießen es. Beim Schnorcheln sehen wir auch wieder einiges, vor allem die Korallen mit den kleinen schwarz-weißen „Babyfischen“ gefallen mir. Heute abend gibt es chinesisches Buffet, das trifft unseren Geschmack nicht so perfekt. Die chinesische Tanzshow ist aber sehenswert.
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06. Nov. 2005
Heute läutet um 06.30 Uhr der Wecker, heute ist Abreisetag und wir werden bereits um 07.20 Uhr abgeholt. Ab 7 Uhr gibt es Frühstücksbuffet und hastig essen wir eine Kleinigkeit, sehr viel Hunger haben wir um diese Zeit so und so nicht. Der Transfer zum Flughafen ist sehr flott, Sonntags gibt es auch bei Port Louis keinen Stau. Die Wartezeit am Flughafen ist dann doch ziemlich lange, unser Flug geht erst um 11.05 Uhr und ein bisschen Verspätung kommt auch noch dazu. Das Flugzeug ist anders bestuhlt als jenes vom Hinflug und zum Glück wesentlich bequemer. Bis zum Mittelmeer ist schöne Sicht auf den Boden und die Landschaft schaut zeitweise sehr interessant aus. Wir landen knapp nach 19.00 Uhr in Wien und sind dann doch recht froh, schnell zu Hause zu sein.
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